Alsterschlepper erneut im Hamburger Abendblatt zum Thema „Herangehensweise an eine Haushaltsauflösung“

http://www.alsterschlepper.de/alsterschlepper-berichtet-uber-angebotspalette-im-hamburger-abendblatt/ 07.06.13

So wird ein Haushalt aufgelöst

Wenn die Eltern in ein Pflegeheim gehen, sollten Mobiliar und Erinnerungsstücke gesichtet werden. Profis helfen

„Jetzt noch nicht, vielleicht in 20 Jahren.“ Das sei die Standardantwort seiner 93-jährigen Mutter gewesen, wenn es um den längst fälligen Umzug in ein Alten- und Pflegeheim ging, sagt Karl König. „Dabei konnte sie sich schon seit längerer Zeit nicht mehr gut allein versorgen, vergaß sogar manchmal, den Herd auszumachen.“ Nun sitzt der 71-Jährige in der ehemaligen Elternwohnung zwischen alten Teddybären, Gläsern, Handtaschen, Nippes und Fotoalben. In zwei Tagen soll eine Firma für Wohnungsauflösungen kommen und die Zimmer räumen, in denen seine Mutter seit 1950 gelebt hat.

Für viele Angehörige stellt die Auflösung des Haushalts ihrer pflegebedürftigen Eltern eine große seelische Belastung dar. „Oft wird von den Pflegebedürftigen selbst viel zu spät mit der Entrümpelung begonnen, die Kinder wohnen weit weg, und wenn ein Umzug plötzlich nötig wird, weiß keiner, wo ihm der Kopf steht“, sagt Aufräumcoach Katharina Auerswald. „Viele hochbetagte Menschen klammern sich an lieb gewonnene Gegenstände, nach dem Motto: So lange ich noch mit meinen gewohnten Sachen in meiner alten Wohnung sitze, ist alles gut.“

Bei ihren Entrümpelungs-Kursen, die sie in Süddeutschland anbietet, sehe sie jedoch, wie wichtig es sei, rechtzeitig die eigenen Besitztümer zu ordnen. „Es ist hilfreich, sich zu fragen: Finden die Angehörigen sich im Falle meiner Abwesenheit in meinen Unterlagen zurecht?“, sagt Auerswald. Ihr Tipp: „Hinter jedem zu Ende gehenden Lebensabschnitt das Überflüssige aus der vergangenen Zeit entsorgen.“ Oft sind mit dem Entrümpeln auch innerfamiliäre Konflikte verbunden. „Vordergründig geht es um die Entsorgung der Saftpresse, aber eigentlich werden Beziehungsmuster und Kindheitsverletzungen durchkämpft“, weiß Auerswald. Vorwürfe zwischen Geschwistern oder Eltern und Kindern wie: „Warum soll ich alles machen, immer bin ich der Depp“ oder „Immer hast du alles bekommen“ könnten jedoch auch als Basis für notwendige Aussprachen dienen.

Die 88-jährige Hildegard Hechelmann hat außer ihrer Kleidung nur ihren Rollstuhl, Familienbilder und ihren elektrischen Sessel mitgenommen, als sie vor neun Monaten aus ihrem 110 Quadratmeter großen Haus in ein Alten- und Pflegeheim umziehen musste. Dort bewohnt sie nun ein helles Zweibett-Zimmer. „Ich habe viele meiner persönlichen Dinge an Familienmitglieder weitergegeben“, sagt sie. „Dass die Sachen weiterverwendet werden, hat mir geholfen, mich von meinem Besitz zu trennen.“

„Häufig entsteht ein Konflikt, wenn Angehörige sich nicht rechtzeitig darüber klar werden, welche Dinge sie behalten möchten und welche nicht“, sagt Hajo Prenzel, Einrichtungsleiter des Diakonie-Möbeldienstes. Angehörige müssten stets im Hinterkopf behalten, dass Dienstleister für Wohnungsauflösungen den Möbeln und dem Hausrat der geliebten Angehörigen nüchtern begegneten. „Für uns zählt nur der Nutz- und Zeitwert, nicht der ideelle Wert“, sagt Prenzel.

Auch in Hamburg gibt es diverse Anbieter, die sich auf die professionelle Haushaltsauflösung spezialisiert haben. So beispielsweise die Alsterschlepper oder die SeSera Senioren Service Agentur. Beide werben damit, dass sie nicht nur dabei helfen, den Hausstand zu entrümpeln. Sie verfügen auch über ein gut ausgebautes Netzwerk zu Sozialkaufhäusern und Diakonien, sodass Brauchbares wieder in gute Hände gelangt und viele Gegenstände sogar noch zu einem adäquaten Preis veräußert werden können.

Dabei umfasst der Leistungskatalog auf Wunsch auch die Übergabe von Wohnung oder Haus an den Vermieter sowie die vertragsgerechte Herrichtung der Immobilie bis hin zur Vermittlung eines Maklers, falls ein Verkauf angedacht ist. Christian Requard, Geschäftsführer von Alsterschlepper, empfiehlt Betroffenen, sich so früh wie möglich professionelle Hilfe zu holen. „Viele Angehörige überschätzen sich, denken, sie könnten vieles selbst in die Hand nehmen, um dann die schmerzliche Erfahrung zu machen, dass Dritte abwertend den mit viel Aufwand transportierten Besitz der Eltern oder Angehörigen begutachten.“ Eine solche Erfahrung könne man sich ersparen. „Wir kommen in die Wohnung und erkennen recht schnell, was durch wen am besten wiederverwertet werden kann und lassen unser Netzwerk zum Zuge kommen.“

Die Kosten für einen solchen Service werden nach Aufwand berechnet, wie Requard erläutert. „Handelt es sich um eine Wohnung im Erdgeschoss mit überschaubarem Inventar, können wir innerhalb eines Tages die Wohnung für einen dreistelligen Betrag räumen.“ Anders sehe es aus, wenn sich die Wohnung im Obergeschoss befände, stark verschmutzt sei und zudem noch viele Schränke und Einbauten rückgebaut werden müssten. „Dann muss man einschließlich aller damit zusammenhängenden Kosten mit Beträgen bis zu 1500 Euro rechnen“, sagt Requard, der sich selbst als „Rundum-Manager“ sieht.

Karl König hat sich verschiedene Angebote eingeholt. Die Preise für die besenreine Entrümpelung lagen zwischen 1500 und 2500 Euro. Um vorher die privaten Dinge auszusortieren, reiste er eine Woche früher aus der Heimat an: Alte Kleidung lieferte er ans Rote Kreuz, Hausrat und Geschirr wurden an Bekannte und Nachbarn der Mutter weitergeben. Kücheneinrichtung und Couch fanden vorab Interessenten. „Das Geschirr ist bei einer Freundin; wenn sie dort zu Besuch ist, sieht meine Mutter es wieder“, sagt König.

Er erinnert sich noch gut an die Entsorgung des Klappbetts seiner Mutter: „Ach, das frisst kein Heu“, hatte sie stets gesagt. Seit einigen Monaten lebt sie nun im Alten- und Pflegeheim. „Die Gesellschaft ihrer Zimmernachbarin und die Pflege tun ihr gut“, sagt König. „Seitdem sie dort lebt, hat sie die alte Wohnung nicht mehr erwähnt.“

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Haushaltsauflösung durch Alsterschlepper im Hamburger Abendblatt

Hamburger Abendblatt online

28.11.12

Hamburg-Nord

Wohnungsauflösung mit dem „Alsterschlepper“

Der Sohn von Joachim Warning ist tot. Der Vater muss eine Wohnung räumen, die voll ist mit Möbeln, Kleidung und Erinnerungen.

Von Volker ter Haseborg

Foto: HA/A.Laible

Hier war das Schlafzimmer des Sohnes von Joachim Warning (links). Er starb im September. Christian Requard (rechts) hat die Wohnung geräumt
 

Hamburg. Alles muss raus. Und das tut weh. Joachim Warning hält einen Moment inne vor dem roten Backsteinhaus, Kraepelinweg 9, Barmbek-Süd. Neben dem silbernen Klingelknopf steht noch der Name „Warning“. Und vor dem Haus parkt auch noch der mintgrüne Polo, tipptopp gepflegt, eine Decke mit Hundepfoten-Muster liegt auf der Rückbank.

Joachim Warning geht durch die Haustür ins Treppenhaus, nimmt Stufe für Stufe. Es fällt ihm schwer, der 81-Jährige hat es in den Beinen. Die Wohnung befindet sich im dritten Stock, rechts. Warning atmet schwer. „Ich weiß noch, wie der Jung hier damals eingezogen ist“, sagt er und tritt durch die Wohnungstür in den Flur mit der Kork-Tapete. 1988 war das. Und jetzt ist der Jung tot.

Am 1. September ist sein Sohn Hans-Jürgen im Alter von 59 Jahren gestorben. Fast ein Vierteljahr ist vergangen. „Wenn die Kinder vor den Eltern gehen, ist das immer Schiete“, sagt Warning. Die Wohnung, zweieinhalb Zimmer, 65 Quadratmeter, voller Erinnerungen, musste gekündigt werden. Und das Inventar muss raus. Joachim Warning wollte nicht, dass ein Entrümpler kommt und alles wegschmeißt. Hans-Jürgens Leben – zertrümmert, entsorgt. „Es ist doch alles noch gut“, sagt Warning. Er weiß, dass er sich von den Dingen seines Sohnes trennen muss. Er selbst hat in seiner Eppendorfer Wohnung keinen Platz. Das Loslassen fällt dem Vater schwer.

Er hat sich umgehört, ob es nicht eine andere Möglichkeit gibt. Und er hat Christian Requard gefunden. Der wirbt auf seiner Internetseite mit einem durchgestrichenen Müllcontainer und damit, dass er „sozial engagiert und respektvoll“ sei. Sie kamen ins Geschäft, 1300 Euro soll die soziale Wohnungsauflösung kosten. Als Requard zur Tür hereinkommt, sagt Joachim Warning ihm, dass er Ähnlichkeit habe mit seinem Sohn. Der Tod hat viele Erinnerungen zum Leben erweckt.

Dunkel ist es in der Wohnung, das liegt vor allem an den dunklen Möbeln. Es riecht muffig. Joachim Warning geht in die Küche. Damals, als Hans-Jürgen hier einzog, hat der Vater mit ihm die Wohnung tapeziert. Auf der Tapete an der Wand sind Äpfel und Birnen als Muster zu sehen. Warning öffnet den dunkelbraunen Küchenschrank. Auf der Innenseite hat Hans-Jürgen Warning kleine Zettel aufgeklebt. „Das Badezimmer machen u. die Küche. (2 Wochen)“ steht da, oder „auch mal durchsaugen“. Auf einem anderen Zettel steht, dass ein halbes Hähnchen 15 Minuten in der Mikrowelle garen muss.

Hans-Jürgen Warning war geistig behindert, aber er konnte ein selbstständiges Leben führen. Lesen und Schreiben hat er mühsam und später als alle anderen gelernt. Kochen auch. Sein Vater zeigt auf die Mikrowelle. Die hat sein Sohn von der Firma bekommen, bei der er 24 Jahre gearbeitet hatte. Hans-Jürgen hat Lebensmittelfarben hergestellt, doch dann ging die Firma pleite. Ihm blieb die Mikrowelle. Hans-Jürgen arbeitete bei einer Reinigungsfirma, später als Gärtner, dann wurde er arbeitslos. Joachim Warning kümmerte sich darum, dass sein Sohn Frührentner wurde. Er füllte Formulare aus, ging zu Behörden. Er hat sich gekümmert, das betont er immer wieder. Der plötzliche Tod und das Gewissen. Und die Frage: Habe ich etwas falsch gemacht? Joachim Warning zeigt auf eine Dose Prinzessbohnen, einen Karton Cornflakes und das Glas Wiener Würstchen. „Es ist doch alles noch gut“, sagt er wieder.

Lebensmittel müssen aus hygienischen Gründen vernichtet werden. Und auch mit den Möbeln und Geräten ist das so eine Sache; viele sind noch intakt, aber der Wohnungsauflöser Christian Requard findet trotzdem niemanden, der sie haben will. An Möbeln herrscht kein Mangel. Eher noch an Kleidung und Dingen für den Haushalt.

Christian Requard, 36, hat Krankenpfleger gelernt und in Ochsenzoll in der geschlossenen Abteilung für besonders schwere Straftäter gearbeitet. Sein Job machte ihm Spaß – doch dann wurde er krank. Wenn er sich in Krankenhäusern aufhält, bekommt er schwere allergische Anfälle. Auf welchen Stoff er allergisch ist, konnte bislang niemand feststellen. Fest steht: Requard kann nicht mehr in seinem alten Beruf arbeiten. Er war lange zu Hause, verdiente Geld damit, übers Internet Bücher aus Haushaltsauflösungen anzukaufen – und weiterzuverkaufen.

Um an noch mehr Bücher zu kommen, suchte er sich einen Partner: die Kirche. Die Hauptkirche St. Michaelis gibt den Namen für das Projekt „Bücher für den Michel“ – und bekommt einen Teil des Erlöses.

Wenn Requard zu Haushaltsauflösungen kam, um die Bücher zu holen, dann fragten ihn die Menschen, ob er nicht auch Verwendung hätte für Möbel, für Fernseher, für Tassen und Teller. Kunden wie Joachim Warning suchen jemanden, der alles für sie macht. Und der die Dinge nicht wegwirft. So entstand die Idee für Requards neuen Job, den er seit einem halben Jahr macht. Er nennt sich „Alsterschlepper„. Das Geschäft läuft gut, sagt er.

Die Sache mit den Büchern macht er heute ehrenamtlich. Es gibt Bücherecken im Hamburg Welcome Center, in einem Pflegeheim auf St. Pauli, in zwei Stadtteilschulen und im UKE. Gestiftet von Christian Requard.

Es klingelt an der Wohnungstür im Kraepelinweg. Herein kommen Simon Albrecht, Diakon vom Michel, und Carmen Krüger vom Verein Mook Wat. Albrecht ist zuständig für den Secondhandladen „Jack un Büx„, wo gespendete Kleidung günstig verkauft wird. Krüger sammelt Hausrat zusammen für ehemalige Obdachlose und psychisch Kranke, die eine eigene Wohnung bekommen haben.

Carmen Krüger geht in die Küche, in der Hans-Jürgen Warning früher seine Mikrowellengerichte zubereitet hat. Aus den Schränken holt sie fünf Töpfe, einen Pürierstab und eine Tupperbox. Sie hat Listen, auf denen steht, was ihre Klienten benötigen. Sie kann nur mitnehmen, was gebraucht wird, ihr Verein hat keine Lagerhalle. Deshalb bleibt auch die Mikrowelle von Hans-Jürgen Warning in der Wohnung. Im Flur findet Krüger ein Paar brauner hoher Lederschuhe, Größe 45. Der Winter steht bevor, Krüger wird schnell einen Abnehmer finden.

Sie geht ins Wohnzimmer, auf dem Sofa sitzt Joachim Warning. Er sieht zu, wie sie Gläser aus der Vitrine in einen Umzugskarton räumt. Vorhin hat er noch Witze gemacht, jetzt schweigt er. „Ist das okay für Sie?“, fragt Krüger. „Ja“, sagt Warning. Dann sagt er, dass er sich darüber freut, dass der Hausrat seines Sohnes jetzt anderen eine Freude machen soll. Er schaut auf die Wand mit der beigefarbenen Raufasertapete. Dort hängt noch die Urkunde für die15-jährige Treue, die sein Sohn der Urlaubsregion Presegger See in Kärnten erwiesen hat. Jahrzehntelang haben sie Urlaub in Kärnten gemacht, Vater, Mutter, Hans-Jürgen. Schön war das, sagt der Vater. Als Hans-Jürgen für 25 Jahre Urlaubstreue geehrt wurde, bekam er eine Uhr, sie hing bis vor Kurzem auch an der Wand. Jetzt hängt sie bei Joachim Warning im Wohnzimmer.

„Er war ein Eigenbrötler“, sagt Joachim Warning. Hans-Jürgen zog sich in seine Wohnung zurück. Auf seinem Röhrenfernseher schaute er Filme, mit einem Rekorder nahm er sie auf. Im Schrank liegen Hunderte DVDs, sauber beschriftet: „Der Rosenkrieg“ zum Beispiel, aufgenommen am 10.10. 2003. Eine Freundin hatte er nicht. „Er hat nichts getrunken. Kein Bier – nichts.“ Auch Freunde hat er nicht gehabt. „Von mir hat er das nicht“, sagt der Vater.

Er geht nach nebenan, ins Schlafzimmer. Simon Albrecht hat den Kleiderschrank geöffnet. Eine braune Cordhose, ein Hawaiihemd, eine rot-graue Outdoorjacke liegen auf dem Bett. Albrecht stopft alles in Müllsäcke. Nach einer halben Stunde ist der Kleiderschrank leer. Das Innere riecht noch leicht nach Männerschweiß.

Joachim Warning betrachtet das Bett seines Sohnes. Auf der Bettdecke sind Sonne, Mond und Sterne zu sehen, drei kleine Kissen liegen am Kopfende: Ein Kissen mit einem Hund drauf, eins mit Alf, eins mit einem Mercedes. Das Bett ist zerwühlt, als hätte bis vor Kurzem jemand darin gelegen.

Es fällt ihm schwer, über den 1. September zu sprechen. Hans-Jürgen hatte sich tagelang nicht bei seinen Eltern gemeldet. Joachim Warning hatte einen Schlüssel, fuhr hin, doch der Schlüssel funktionierte nicht, Hans-Jürgens Schlüssel steckte von innen. „Da wusste ich: Es ist aus“, sagt Warning. Die Polizisten sagten ihm, er solle unten vor dem Haus warten. Einer von ihnen kam zurück, sagte, dass etwas passiert sei. Dann durfte der Vater hoch in die Wohnung. Er wollte seinen Jung sehen.

Hans-Jürgen Warning lag hier, auf dem Boden seines Schlafzimmers. Er war an einem Zuckerschock gestorben. Die Diabetes hat er von seinem Vater geerbt. Seine Eltern haben ihn auf dem Ohlsdorfer Friedhof beerdigt.

Zwei Tage nach Beginn der Wohnungsauflösung steht Joachim Warning in der leeren Wohnung. Die Sonne scheint durch die Fensterscheiben, die Wohnung wirkt auf einmal sehr hell. Requard und seine Mitarbeiter haben die Schränke ausgeräumt, die Möbel in die Einzelteile zerlegt. Zum Schluss haben sie den Teppich aus der Wohnung gerissen. Ein Siebeneinhalb-Tonner hat das Inventar der Wohnung von Hans-Jürgen Warning zu einem Recyclinghof nach Billwerder gebracht. „Du hast beim Schleppen abgenommen, oder?“, fragt Warning den „Alsterschlepper“ Christian Requard. Doch er wird schnell wieder ernst, als er die Holzdielen sieht, die jetzt freiliegen. „Wie damals, als der „Jung eingezogen ist“, sagt Joachim Warning.

Gleich wird die Dame von der Hausverwaltung kommen, für die Übergabe. Dann wird Warning die Wohnung, in der sein Sohn 24 Jahre lebte, nie wieder betreten. Seine Frau hätte das hier nicht geschafft, sagt er. Und dann spricht er wieder über Hans-Jürgen. „Er hat so gerne auf seinem Balkon gefrühstückt.“ Joachim Warning geht noch einmal auf den Balkon und schaut auf den mintgrünen Polo, der unten vor dem Haus parkt. Sein Sohn war so stolz darauf, dass er als Behinderter den Führerschein machen durfte und ein eigenes Auto hatte. Jetzt soll ein Verwandter den Wagen bekommen, Hans-Jürgen wollte nächstes Jahr mit dem Mann und seiner Frau in den Urlaub nach Dänemark fahren. Christian Requard sagt: „Man soll es auch als befreienden Abschluss sehen.“ Warning nickt.

Ein paar Tage später hängt Simon Albrecht im Secondhandladen Jack un Büx die rot-graue Outdoorjacke an einen Kleiderständer. 15 Euro soll sie kosten, wer Sozialleistungen bezieht, bekommt sie für die Hälfte. Auch bei Mook Wat wird der Hausrat von Hans-Jürgen Warning verteilt. Den Fernseher gibt Carmen Krüger an Paul, einen ehemaligen Obdachlosen. Die Töpfe und Gläser sind für psychisch kranke Menschen. Carmen Krüger sagt, dass die Bedürftigen keine Fragen stellen nach den Vorbesitzern der Dinge. Sie freuen sich einfach nur darüber.

Quelle: http://www.abendblatt.de/hamburg/article111576504/Wohnungsaufloesung-mit-dem-Alsterschlepper.html

Wochenblatt berichtet über Bücher-für-den-Michel und Haushaltsauflösungen in Hamburg

Das Wochenblatt Altstadt/St.Georg brachte ebenfalls vor kurzem einen Bericht über unsere Arbeit im Bereich der Haushaltsauflösungen und erläuterte die Vorteile wenn man einen Ansprechpartner hat, der alles koordiniert und organisiert:

Die karitative Seite mit Rettung der Bücher, der Kleidung, sowie Teilen des Hausrates und vielleicht einiger Möbel. Gleichzeitig die Organisation eines „Entrümplers“ für die kostenpflichtige besenreine Räumung, eines Ankäufers für etwaige Wertgegenstände oder eines Maklers für den nahtlosen Verkauf des Objektes. Hier greifen alle Zähne ineinander und Sie haben den Kopf frei für andere Dinge…

Organisation von Haushaltsauflösungen durch Bücher-für-den-Michel - das Wochenblatt berichtet

Organisation von Haushaltsauflösungen durch Bücher-für-den-Michel – das Wochenblatt berichtet

Der Text im Wortlaut:

NEUSTADT. Haushaltsauflösungen, das bedeutet meist: Ein großer Container wird vorgefahren, Möbel und andere Habseeligkeiten landen dort und kurz darauf auf der Mülldeponie. Nicht selten befinden sich darunter Gegenstände, die durchaus noch in einem guten Zustand sind und über die sich andere – insbesondere hilfsbedürftige- Menschen freuen würden. Außerdem ist dieses Vorgehen ökologisch nicht gerade sinnvoll. Unter dem Motto „Wegschmeißen kann jeder…“ hat die Einrichtung „Bücher-für-den-Michel“ in Kontakt
mit der Diakonie des Michels daher eine Haushaltsauflösung
der besonderen Art ins Leben gerufen. „Wir organisieren alles
rund um die Haushaltsauflösung im Raum Hamburg und
sorgen dabei für einen würdigen und respektvollen Umgang
mit den Habseligkeiten“, erklärt Christian Requard,
Ansprechpartner bei Bücher-für-den-Michel, einer Aktion
der Online-Buchhandlung „familienrequard“ zur Förderung
von Projekten der Hauptkirche St. Michaelis. Zu den Kunden
zählen zum großen Teil ältere Menschen, die in ein Pflegeheim
umziehen müssen, in das sie aus Platzmangel nicht
all ihr Hab und Gut mitnehmen können: „Sie sind oftmals
traurig, wenn zum Beispiel der geliebte Wohnzimmerschrank
auf dem Müll landet, weil in der Familie niemand dafür
Verwendung findet“, so Requard. Es kam daher nicht selten
vor, dass bei der Abholung von größeren Bücher- aber
auch Kleiderspenden – für den Second-Hand-Laden „Jack
und Büx“ am Michel – gefragt wurde, ob nicht auch dieses
oder jenes, gut erhaltene Möbelstück mitgenommen und einem
neuen Besitzer übergeben werden könne. Gefragt – getan.
Das Konzept der Haushaltsauflösung ist einfach wie genial.
„Wir bieten Interessierten einen Ansprechpartner, der ein
komplettes Netzwerk für die Auflösung des Haushalts bietet“,
erklärt Requard. Dazu zählen seriöse Ankäufer für Wertgegenstände,
Unternehmen für Seniorenumzüge, Makler
für einen eventuellen Verkauf von Wohnung oder Haus und
natürlich die Einrichtungen der Diakonie, in denen Bücher
für Lesecken, Kleidung und Schuhe für Diakonieläden und
Hausrat und Möbel für Sozialkaufhäuser kostenlos in gute
Hände kommen. Um die Organisation sowie den Abtransport
kümmern sich Requard und sein kleines Team. „Auch wenn
wir eng mit einem erfahrenen Haushaltsauflöser und im Süden
Hamburgs mit dem Sozialkaufhaus ‚fairkauf’ zusammenarbeiten,
ist es natürlich jedem seine eigene Entscheidung,
welches Unternehmen er für die Haushaltsauflösung oder
Nachlassräumung beauftragt. Wir sorgen dafür, dass möglichst
vieles aus dem Haushalt nicht in der Müllpresse landet,
sondern zu Stellen kommt, wo die Dinge noch gebraucht werden“,
so Requard. Höhere Kosten entstehen dadurch nicht.
Im Gegenteil: „Durch unsere Vermittlung der Dinge an karitative
Organisationen, die normalerweise weggeworfen
würden, sinkt die kostenpflichtig zu entsorgende Müllmenge.
Wir freuen uns natürlich, wenn unser Service durch eine Spende
honoriert wird – ansonsten ist er Service kostenlos“, sagt
Diakon Simon Albrecht. Die Nachfrage ist bisher groß, der
Service wird gerne in Anspruch genommen. Für die Zukunft
wünscht sich der Diakon und Christian Requard einen großen
Lagerraum, in den große Gegenstände zwischengelagert
und bei Kapazitäten in den Einrichtungen abgeholt
werden können. „Das wäre ein Traum, der momentan daran
noch scheitert, dass die Räumlichkeiten kostenlos oder deren
Miete über Spenden finanziert werden müssten“, sagt Diakon
Albrecht. Wer die Haushaltsauflösung mit Bücher-für-den-
Michel unterstützen möchte – sei es mit einem Raum oder
Spenden – meldet sich bitte unter 040-600 892 86 oder sendet
eine Mail an info@michel-buecher.de. (ab)

Süderelbe-Wochenblatt berichtet über Haushaltsauflösung in Hamburg – Finkenwerder unter Mitwirkung von Bücher-für-den-Michel

Im Rahmen unseres Angebotes der Organisation von Haushaltsauflösungen unter dem Aspekt des erhaltenden und wertschätzenden Umganges mit den Habseligkeiten berichtete das Süderelbe-Wochenblatt in einem grossen Artikel über unser Engagement.

Wir konnten der älteren Dame aus Finkenwerder erfolgreich helfen. So übernahmen wir gebrauchte Bücher für unsere Bücherecken und gebrauchte Kleidung und Schuhe für die Diakonie des Michels. Auch Teile des Möbiliars und des Hausrates konnten wir erfolgreich an den Verein „Mook Wat“ und das Sozialkaufhaus „fairkauf“ vermitteln, sodaß die eigentliche Entrümpelung ein deutlich geringeres Volumen aufwies und dadurch auch spürbar günstiger wurde.

Hier zeigt sich, daß durch unsere Kontakte und Erfahrung mit den einzelnen Stellen der Diakonie und der Caritas, sowie ausgewählten anderen Vereinen und Einrichtungen, der eigentliche Akt des Entrümpelns von seinem negativen Beigeschmack befreit werden kann. Gehen unsere Kunden doch grundsätzlich mit dem Gefühl aus einer Nachlassräumung, daß noch vieles wieder eine sinnvolle Verwendung gefunden hat und nicht alles weggeworfen werden mußte. Vielen Dank an das Süderelbe-Wochenblatt für die nette Begleitung in einem seelisch schwierigen Zeitabschnitt für unsere Kundin, die sich ebenfalls sehr über den Artikel gefreut hat !

Gesamter Artikel als pdf-Dokument:

Haushaltsauflösung Hamburg-Finkenwerder mit Bücher-für-den-Michel

Pressemitteilung 02 – BfdM eröffnete Jugendbuch-Ecke in Stadtteilschule

Hier nun der Foto-Bericht über unsere Jugendbuch-Ecke in der Stadtteilschule Lurup, eine glückliche stellvertredende Rektorin und 4 begeisterte Buchecken-Patinnen.

BfdM eröffnet Jugendbuch-Ecke in Stadtteilschule

Jetzt auf der Michel-Homepage

Bücher-für-den-Michel nun auch auf der Homepage des Michels. Neuerdings prangt das Logo von Bücher-für-den-Michel auf der Startseite der Michaeliskirche Hamburg und im Artikel hierzu stellt der Michel unsere Arbeit vor.

Hoffentlich finden viele Hamburger Bürger so den Weg zu uns um gebrauchte Bücher vor dem Altpapier zu bewahren…

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Artikel auf der Michel-Seite

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